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Watchlist Februar 2019

Der Februar beginnt ruhig und haut dann voll rein. In den letzten zehn Tagen des Monats gehe ich viermal ins Theater. Das bedeutet viel Anstrengung, viel Kultur und viel Wein!

Galileo Galilei (10.02., Berliner Ensemble)
Ganz ehrlich, vor diesem Theaterbesuch habe ich etwas Angst. Frank Castorf führt Regie bei dieser Inszenierung von Bertolt Brechts im Exil geschriebenen Werk und, wie vielleicht einige von euch schon wissen, ist Castorf berühmt berüchtigt für ungemütliches Theater. Unverständlich, so wie ich es nicht leiden kann, und vor allem: Lang! Galileo Galilei geht sechs Stunden. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen.
Aus diesem Grund setze ich all meine Hoffnung auf die fähigen Schauspieler. Unter anderem dabei: Jürgen Holtz, ein so alter Hase im Berliner Ensemble, dass er nicht aus dem Ensemble genommen werden darf. Ist auch gut so.
In dem Stück geht es genau um das, was Galileo Galilei so berühmt gemacht hat: Seine wissenschaftliche Erkenntnis, dass die Erde um die Sonne kreist, und wie er dies der Kirche vorstellt. Das Stück ist vielleicht auch was für Flat-Earther – haha.

© Matthias Horn
© Matthias Horn
© Thomas Aurin

Lenin (19.02, Schaubühne)
Ich habe keine Ahnung von Geschichte. Aber ich habe einen Freund, der ziemlich viel Ahnung davon hat, insbesondere wenn es um Lenin und Stalin geht. Er bat mich, ihn mal ins Theater mitzunehmen, und bevor ich ihn in irgendein Stück setze was ihn nicht interessiert, gucke ich mir lieber eine theatralische Geschichtsstunde an.
Wie es der Titel schon besagt, geht es um den Politiker Vladimir Lenin, genauer gesagt um ihn in seinen letzten Lebensjahren. Ich würde gerne mehr sagen, aber mehr weiß ich auch nicht, bzw. verstehe ich zwar die Wörter in der Inhaltsangabe, aber kann sie nicht in einen logischen Zusammenhang bringen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, einfach weil ich seit Ewigkeiten nicht mehr in der Schaubühne war und vielleicht doch noch etwas dazulerne (hoffentlich, ich habe es nötig).

Drei Milliarden Schwestern (23.02, Volksbühne)
Lose angelehnt an Drei Schwestern von Anton Tschechow hat die Jugendgruppe der Volksbühne P14 anscheinend ein Meisterwerk hingelegt. Journalisten schwärmten gegen Ende des letzten Jahres davon, dass es zu den besten Stücken der Spielzeit gehören würde. Für eine Jugendgruppe ziemlich beeindruckend (ist ja aber auch schließlich die Volksbühne)!
Mit parodistischen Operneinlagen, den pessimistischen Weltanschauungen unserer Generation und einem Auftritt des Sängers Dagobert, scheinen die da aber auch ganz schön was zu reißen.
Um die Handlung mal anzuschneiden: Ein Komet rast auf die Erde zu und nur die drei Milliarden Schwestern versuchen es – halbherzig – zu verhindern. Denn wieso eigentlich auch?
Ganz ehrlich, ich kann’s nachvollziehen!

© Thomas Aurin
© Thomas Aurin
© Matthias Horn
© Matthias Horn

Ballroom Schmitz (25.02, Berliner Ensemble)
Wenn einem im Leben mal alles zu viel werden sollte, kann ich jedem nur einen Besuch des Stückes Ballroom Schmitz ans Herz legen.
Inhaltlich dreht es sich um den Erfinder und Namensgeber der Radiosendung Bernhard „Bernie“ Schmitz, dem nach seinem Tod eine Folge gewidmet wird.
Mit Livemusik, Tanz und Show wird eine fiktive Radiosendung auf die Beine gestellt, bei der man einfach mal alles andere vergessen kann. Es ist lustig, fetzt voll (!!!) und durch die grandiosen Schauspieler (einige davon meine All-Time-Favourites) entsteht eine Parallelwelt, in der man nur versinken mag.
Die zwei Stunden vergehen wie im Flug und danach kann man eigentlich nur ein gutes Gefühl haben! Johanna Flasshaar-approved!

Tanke Sehnsucht – Eine musikalische Suche nach der großen Liebe (27.02, Renaissance Theater)
Irgendwie lande ich immer nur durch meine Eltern im Renaissance Theater. Dieses Mal für “Tanke Sehnsucht”, ein Liederabend mit Rahmenhandlung, so wie ich das verstanden habe.
Im Vordergrund stehen die Liebessongs des vergangenen Jahrhunderts, aufgeführt in einer Tankstelle im Nirgendwo, wo einsame Seelen aufeinandertreffen.
Klingt nach leicht verdaulicher Unterhaltung – aber das schadet ja nie.

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