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Autistic Disco – Ich habe es versucht.

In Berlin ist es doch normalerweise eigentlich so, dass niemand jemals pünktlich zu einem Event kommt, oder? Clubs machen um 23 Uhr auf und lassen die guten DJs erst ab Eins spielen, weil davor sowieso niemand da ist.
Naja, anscheinend hatte ich das Memo für die Autistic Disco mit DJ Lars Eidinger (aka „Dem besten Schauspieler der Welt“ – laut seiner eigenen Aussage) nicht bekommen, denn ich war pünktlich um 23 Uhr da und kam trotzdem nicht rein.
Die Schlange wickelte sich dicht gepackt ein Mal um das gesamte Gebäude der Schaubühne bis zur nächsten Querstraße und machte allerhand Lärm.

Die Polizei kam auch noch und man konnte die ganze Zeit die sportlichen Leute im FitX gegenüber beim Laufen beobachten. Toll!

Meine Freunde und ich standen hinter einer Gruppe von 16-Jährigen mit gutem Pegel und einer voll aufgeladenen Musikbox. Einer aus der Gruppe hielt mir eine Plastikflasche hin und fragte „Gin Tonic?“. (Ob ich ja gesagt habe, bleibt ein Geheimnis.)
Wir holten uns ein paar Runden Bier vom Späti und zogen unsere Handschuhe an, das würde eine lange Nacht werden.

©Johanna Flasshaar
Ein wunderbares, qualitativ hochwertiges Bild der Schlange. ©Johanna Flasshaar

Die Schlange bewegte sich gleichmäßig aber langsam und wir rauchten und redeten die Zeit davon. Dafür, dass es eiskaltes Januarwetter war und man mit Fremden seinen Donnerstagabend in einer Schlange verbrachte, war die Stimmung positiv aufgeladen. Wir lernten neue Leute kennen und irgendwann war es dann auch irgendwie egal, wo man wirklich in der Schlange stand.
Auch die Toiletten der Schaubühne waren die ganze Zeit offen, was wir alle sehr begrüßten.

Gegen halb Eins kamen dann Sicherheitsleute des Theaters und teilten uns mit, dass es im Moment einen Einlassstop geben würde. Große Enttäuschung, stehen blieben trotzdem fast alle.
Die Polizei kam auch noch und man konnte die ganze Zeit die sportlichen Leute im FitX gegenüber beim Laufen beobachten. Toll!

Gegen halb Zwei waren wir dann irgendwann doch durchgefroren und ließen es sein. Am nächsten Morgen sah ich mir die Instagramstories meiner Bekannten an, die es doch noch hineingeschafft hatten. Anscheinend hatte er das gleiche Set aufgelegt, wie ich es im Dezember im Berliner Ensemble gehört hatte.
Naja, für die Musik geht man ja sowieso nicht hin, sondern eher für die Stimmung. Und wenn die schon draußen so gut ist, dann muss das drinnen ja Bombe sein!
Wahrscheinlich werde ich trotz Niederlage nochmal versuchen wirklich reinzukommen, nächstes Mal bin ich dann einfach überpünktlich.

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